Pressemitteilung 02.07.2016

Franken feierte eine Woche lang

Bild: Das 29. Oberfränkische Volksmusikfest lockte zahlreiche Besucher

Mit einem feierlichen Festakt in der Hofer Freiheitshalle ging am Sonntagabend eine umfangreiche Aktionswoche zum Tag der Franken 2016 zu Ende. Rund 70 Kommunen aus Ober-, Unter- und Mittelfranken hatten sich daran beteiligt.

Rund 100 Veranstaltungen fanden unter dem Motto „Patente Franken – Fränkische Patente“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Bezirks Oberfranken statt. Franken habe sich als moderne, innovationsbereite, zukunftsfähige Region in der Mitte Europas dargestellt, freute sich Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler.

Es war ein buntes Bürgerfest, das die Stadt Hof zum Abschluss der diesjährigen Aktionswoche zum Tag der Franken den zahlreichen Besuchern bot. Neben zahlreichen Aktionen auf dem fränkischen Markt und dem Weinfest zog vor allem das 29. Oberfränkische Volksmusikfest viele Gäste aus nah und fern in den Norden Oberfrankens. Aufgrund der dezentralen Ausrichtung und der elf teilnehmenden Gruppen erklang im ganzen Hofer Stadtgebiet fränkische Volksmusik.

Die zentrale Abschlussveranstaltung in Hof stand am Ende einer ganzen Aktionswoche, die unter dem Motto „Patente Franken – Fränkische Patente“ stand. „Besonders gefallen hat mir, dass in etlichen Orten durch kleine Ausstellungen oder Vorträge oder Führungen der Fokus auf örtliche Erfinderpersönlichkeiten gerichtet wurde. Und es wurde ins öffentliche Bewusstsein gerufen, dass an gar nicht wenigen Orten Weltmarktführer für bestimmte Produkte sitzen“, bilanzierte Bezirkstagspräsident Dr. Günther Denzler während des abschließenden Festaktes in der Freiheitshalle.

Neben ihm erinnerten auch der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und die Landtagspräsidentin Barbara Stamm daran, was Franken ausmache. Dr. Fichtner dankte als diesjähriger Gastgeber allen die an der Umsetzung des Festtages mitgewirkt hätten. „Nehmen wir diesen Tag der Franken als Aufforderung zu berechtigtem Selbstbewusstsein und angemessenen Stolz“, schloss das Stadtoberhaupt sein Grußwort mit Blick auf die vielbeschworene fränkische Bescheidenheit. Für Landtagspräsidentin Barbara Stamm habe Franken eine gute Infrastruktur, die es weiterzuentwickeln gelte, vor allem um jungen Menschen eine Perspektive in der Region zu bieten.

Bezirksheimatpfleger Prof. Günter Dippold bezeichnete Franken in seiner umjubelten Ansprache als Landschaft der Denker und Grübler, der Ingenieure und Tüftler, der Entdecker und Pioniere. Er erinnerte unter anderem an die erste Verfassung des Freistaats Bayern, die 1919 in Bamberg verabschiedet wurde, oder an die Mitwirkung vieler fränkischer Männer im Ausschuss der verfassungsgebenden Landesversammlung 1946. Es seien Franken wie Alzheimer oder Röntgen gewesen, die den Geist und Körper durchdrungen hätten. Aber er mahnte auch das verkümmerte Selbstwertgefühl der fränkischen Landsleute an. Eine Eigenschaft, die es zu bekämpfen gelte. „Wir brauchen freches und freies Auftreten, in Respekt gegenüber Anderen, im Wissen um unsere eigenen Schwächen, augenzwinkernd und doch erfüllt von dem Bewusstsein für den eigenen Wert“, appellierte Dippold unter großem Beifall. Mit Blick auf die vergangenen Tage und die stattfindende Fußball-Europameisterschaft fasste der Bezirksheimatpfleger zusammen: „Wir Franken brauchen weniger England, aber viel mehr Island.“

Dem Ministerpräsidenten Horst Seehofer war es schließlich vorbehalten, den vom Perkussionsensemble der Musikschule der Hofer Symphoniker und von Prof. Peter Sadlo musikalisch umrahmten Festakt mit seiner Ansprache zu beschließen. „Heute ist ein Festtag nicht nur für Franken, sondern für ganz Bayern“, begann der Ministerpräsident seine Rede, verbunden mit der Gratulation für die Organisatoren. Der Tag der Franken lebe und sei lebendig. Bayern brauche Franken und die fränkische Innovationskraft. „Ohne Franken gäbe es kein Bayern“, fasste Seehofer zusammen und ergänzte mit Blick auf Berlin: „Es hat der Bundesrepublik noch nie geschadet, wenn sie auf Franken und Bayern gehört hat.“ Noch nicht festlegen wollte sich Seehofer darauf, ob er auch zu einem vierten Mal als bayerischer Ministerpräsident zum Tag der Franken nach Oberfranken komme. Dieser würde dann im Jahr 2019 stattfinden.

Den krönenden Abschluss des Tags der Franken bildete der Staatsempfang des Bayerischen Ministerpräsidenten und seiner Frau Karin Seehofer im Foyer der Freiheitshalle.

INFO:
Der „Tag der Franken“ soll an die Gründung des Fränkischen Reichskreises am
2. Juli 1500 erinnern. Auf Beschluss des Bayerischen Landtags findet er seit dem Jahr 2006 jährlich im Wechsel zwischen den drei fränkischen Regierungsbezirken statt. Der Bezirk Oberfranken veranstaltet seit 2013 den Tag der Franken in Form einer dezentralen gesamtfränkischen Aktionswoche, zu der alle fränkischen Kommunen eingeladen sind.

„Wir wurzeln in der Geschichte, und daher pflegen wir ihre Spuren. Zugleich jedoch leben wir in der Gegenwart und blicken zuversichtlich in die Zukunft. Deshalb ist es ebenso wichtig, immer und immer wieder herauszustellen, dass Franken, dass die Menschen in Franken gerüstet sind für die Zukunft.“
Dr. Günther Denzler, Bezirkstagspräsident